Mi

09

Jun

2010

Flattr – Kasse des Vertrauens

Vereinzelt kann man sie in ländlichen Regionen sehen. Ich kenne sie aus Kindheitstagen auch noch. Da standen sie am Wegesrand oder vor den Häuschen, die kleinen Verkaufstische mit meist frisch geernteten Obst und Gemüse und dazu ein kleines Gefäß mit der Aufschrift: Kasse des Vertrauens. Wer hätte gedacht, dass es so viele ehrliche Menschen gibt, die diese Situation nicht schamlos ausnutzen? Warum es nicht mehr so viele "Spendentöpfe" gibt, hat wohl nichts mit ehrlich oder unehrlich zu tun. Die Ursachen sind anderen Ursprungs.

 

Das gleiche Prinzip, Kasse des Vertrauens, hat nicht erst seit gestern das Internet unter dem schönen Begriff Social Payment erobert. Erst vor kurzem hat ein Schwedisches Startup Namens Flattr den Dienst aufgenommen. Ob sie damit den Anforderungen der Mediengesellschaften gerecht werden, endlich einen Dienst für kostenpflichtigen Content anbieten zu können, muss erst noch bewiesen werden. Mit dem jetzigen Konzept dürfte das nur bedingt funktionieren.

Der Fokus liegt hier beim freiwilligen Bezahlen für konsumierte digitale Güter, ein Bezahlen im Nachhinein. Dazu muss man nur den Flattr-Button drücken, ähnlich wie bei Facebook "Gefällt mir", nur dass man dabei gerade ein paar Cent "losgeworden" ist. Im Prinzip kann sich jeder, der Content anbietet, so einen Button nach z. B. jedem Blog-Eintrag integrieren. Abgerechnet wird derzeit über PayPal und Moneybookers. Dort kann ich nach dem Prepaid-Prinzip mein Konto aufladen und dementsprechend mein Guthaben "verklicken".

 

Wie das nun in der Realität funktioniert, zeigt das hausinterne Video von Flattr an einem guten Beispiel.

YouTube-Video

Bleibt jetzt noch die Frage, wie man diesen Button auf z. B. sein WordPress Blog bekommt. Dazu gibt es hier von Spreeblick, einen sehr guten Beitrag über das Integrieren eines Flattr-Buttons.

 

Aber Stopp: Wer sich registrieren möchte, benötigt z. Z. einen Invite-Code. Nach langem Suchen habe ich nun endlich einen bekommen. Ein großes Dankeschön an Sven Stein von Inselblog.com.

Nach dem Registrieren erhält man einen Überblick (Dashboard) über seine Finanzen...

... bzw. hat dort die Möglichkeit etwas einzuzahlen.

Ich bin noch am überlegen, ob ich mir diesen Button einpflanze oder nicht. Denn ich bin mir nicht so ganz sicher, ob sich diese Art von Belohnung durchsetzen wird.

 

 

 

Bild- und Videoquelle: flattr.com

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2 Kommentare

  • #1

    Matt (Mittwoch, 09 Juni 2010 07:30)

    Im Grunde genommen ist es ein netter Versuch, eine Website zu "belohnen". Ich glaube jedoch nicht, dass sich professionelle Contentanbieter (z. B. Nachrichtenportale) damit nachhaltig finanzieren können. Und zwar, weil praktisch jedes Blog Flattr nutzen kann und Nachrichtenseiten wieder (so wie jetzt auch) mittels Reichweite in Konkurrenz zu kleineren Blogs stehen.

    Auf jeden Fall ist es eine super Idee für liebevoll gemachte Internetseiten z. B. Blogs zu ganz bestimmten Themen.

    taz.de hat das ja schon mal ausprobiert. Andere werden testweise folgen.

  • #2

    Falk Mahlendorf (Mittwoch, 09 Juni 2010)

    Danke Matt für Dein Kommentar. Ich sehe das genauso. Es wird die Contentwelt nicht revolutionieren, gibt aber für manch "liebevoll gemachte Internetseite" ein kleines Zubrot.

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