Mo

03

Mai

2010

Visitenkarten

Was fällt jedem Existenzgründer zu allererst in Sachen Werbung ein? Visitenkarten! Das hat sich in Zeiten des Digitalzeitalters nicht wirklich verändert. Warum eigentlich nicht? Zumal der Austausch der Kontaktinformationen heute per E-Mail oder Businessnetzwerk ohne weiteres übermittelt werden kann. Dennoch hat eine Visitenkarte im klassischen Format etwas an sich, was sie zum absoluten Dauerrenner macht.

 

Was bedeutet eigentlich "Visitenkarte"? Da steckt der lateinische Name "visite" drin und heißt soviel wie besuchen. So eine "Besucherkarte" wurde früher beim Einlass ins Haus dem Butler für den Hausherren übergeben. Außerdem wurde die Karte nach bestimmten Regeln an einer Stelle geknickt, um so den Anlass des Besuchs zu signalisieren.

Selbst der große Goethe besaß eine Visitenkarte. Standardgemäß gehören eigentlich ein paar mehr Angaben drauf, als nur der Name. Okay, damals waren Mobiltelefone, E-Mails und Web-Adressen noch nicht so weit verbreitet. Aber Angaben wie vielleicht eine Adresse und was man (beruflich) ist oder macht wären nicht schlecht. Ansonsten sind der Vielfalt und Kreativität von Visitenkarten keine Grenzen gesetzt. Irgendwie ist doch jeder von uns Jäger und Sammler. Ich kenne keinen Menschen, der nicht irgend etwas sammelt oder gesammelt hat. Bei mir sind es u. a. Visitenkarten. Ob ich sie brauche oder nicht, dass ist völlig egal. 

 

Neben der klassischen Visitenkarte gibt es dank Internet natürlich andere Möglichkeiten, Kontaktdaten auszutauschen. Weit verbreitet ist z. B. die vCard. Diese elektronische Visitenkarte kann man an seine E-Mails anhängen. Der Empfänger braucht nun nur noch auf die Anlage doppelklicken und kann sofort alle Daten in sein Adressbuch wie Outlook
abspeichern – also ohne lästiges eintippen einzelner Daten. Das ganze funktioniert natürlich auch bei der Übermittlung per IrDA oder Bluetooth zwischen Mobiltelefonen. Neuere Geräte scannen mittels eingebauter Kamera die klassische Visitenkarte und übertragen so die Daten in den Kontakte-Ordner.

Eine etwas umstrittene Version des Konatkteaustausches sind die sogenannten Poken. Das sind kleine Schlüsselanhänger in Form einer kleinen Figur. Darin enthalten sind eine Platine mit einem Mikrocontroller, Speicher, USB-Anschluss, Batterie und einem Funkmodul. Hält man nun zwei Figuren mit deren überdimensionalen Händen zusammen, werden Seriennummern und später am PC die dazu gehörenden Informationen (Kontaktdaten und Profile sozialer Netzwerke) ausgetauscht. Das ist ganz witzig, aber für den Businessalltag zu verspielt und außerdem ist eine 64 Bit Verschlüsselung nicht mehr zeitgemäß bzw. nicht mehr sicher. Auch die Businessversion als USB-Stick und mehr als 64 Kontakten darauf hat sich (noch) nicht durchgesetzt.

 

Damit natürlich nicht genug. Es gibt weitere Möglichkeiten, wie z. B. die elektronische Web 2.0 Visitenkarte von DooID. Dort bekommt man schon mehrere Informationen unter gebracht. Zusätzlich zu den normalen Kontaktdaten hinterlegt man Interessen, Tags, Profile sozialer Netzwerke, ein eigenes Kurzprofil, Profilbild und eine Standortanzeige. Man kann für Drittpersonen Logins verteilen, alle Aktivitäten per RSS-Feed abonnieren und sich die Kontaktinformationen als normale vCard herunterladen. Zum Erstellen der DooID-Karte stehen mehrere Layouts zur Verfügung.

 

Bis hier ist noch alles kostenlos. Wer mehr Features wie z. B. mehrere Layouts, E-Mail Signatur, SEO und Statistiken usw. haben möchte muss dann monatlich US$ 2,99 und für noch mehr Service US$ 3,99 berappen.

 

FAZIT: Ich finde die Basisversion gar nicht verkehrt und auch ausreichend. Zumal meine Kontaktdaten bereits in anderen Netzwerken zur Verfügung stehen. Aber nach wie vor kommen alle Bemühungen nicht an meine geliebte Visitenkarte heran.

 

 

 

Bildquelle/Poken: AlexanderKlink

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