Mo
08
Feb
2010
Existenzgründer altern

Das Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hat in Zusammenarbeit mit Microsoft Deutschland in einer aktuellen Untersuchung festgestellt, dass der deutsche Hightech Durchschnittsgründer nicht nur alt aussieht, sondern auch alt ist.
Obwohl das eine aktuelle Untersuchung sein soll, ging die Messung aber nur bis 2008. Das heißt, dass das ZEW über ein Jahr für die Auswertung benötigt hat. Egal, ein Trend ist aber ersichtlich. Vor 15 Jahren lag das Durchschnittsalter noch bei knapp über 37 Jahren. Mittlerweile sind wir nun bei knapp 41 Jahren angekommen.
Das ganze "Rumgebuhle" um die technologieorientierten Gründer aus den Unis ist fast umsonst. So gerne wir das auch alle sehen möchten, aber diese Gründer - jünger als 32 Jahre - machen gerade mal ein Viertel aus.
Weiterhin besagt diese Untersuchung, dass die Anzahl der Hightech-Unternehmensgründungen in Deutschland weiter sinken wird. Im Zeitraum von 1995 bis 2008 gingen diese Gründungen um ganze 25 Prozent zurück. Tendenz steigend, na ja eher sinkend.
Aber eigentlich sollte die Untersuchung herausfinden, welche Unterschiede bzw. Gemeinsamkeiten Hightech-Gründer unterschiedlicher Altersstruktur haben. Ganz "überraschend" fand man folgende Gemeinsamkeiten: "Gründungsmotivation, Forschungstätigkeit, Innovationsgrad der Produkte, Finanzierungsquellen". Bei den Unterschieden war auch total für mich überraschend (gähn), dass jüngere Gründer in der Software und IT-Branche dominieren und die älteren eher in den forschungsintensiven Projekten zu finden sind. Ältere Gründer verfügen meist über mehr Eigenkapital (aha) und wählen bei den Rechtsformen eher die sicheren Varianten (beschränkte Haftung). Im Gegensatz dazu wählen junge Startups "flexible Beschäftigungsmodelle". So kann man das natürlich auch nennen, wenn man als Gründer kein Kapital hat. Dann muss man eben auf Risiko, sprich kostengünstigere Rechtsformen wie Einzelfirma, GbR oder neuerdings UG zurückgreifen.
Dennoch vor lauter "gähn" und "aha" muss ich das Resultat dieser Untersuchung einfach bestätigen. Denn sinngemäß hat man dabei herausgefunden, dass die Rahmenbedingungen für Förderprogramme und auch aus meiner Sicht diverse Gründerwettbewerbe, die sich auf bestimmte Altersstrukturen stützen, überholungsbedürftig sind. Dadurch geht immens viel Potential verloren.
Ich bin ja nun wirklich gespannt, ob diese Auswertung irgend welche Auswirkung haben wird. Bis deren Umsetzung treffe ich mich dann schon mit meinen Enkeln bei den Grauen Panthern im Park und erzählen uns die Geschichten von: "Damals, als wir noch..."
Bildquelle: www.zew.de
