Do

28

Jan

2010

Square – Mobile Payment

Ende letzten Jahres ging die Meldung durch das Web, dass es wieder jemanden gibt, der die Welt des Mobile Payments zu erobern versucht. Ich hatte diese Nachrichten zwar registriert, aber empfand es nicht als bahnbrechend. Da ich nun schon wieder darüber lesen durfte, habe ich mich mal intensiver um weitere Informationen bemüht.

 

Die Voraussetzungen für dieses System sind natürlich beeindruckend. Warum? Einer der Gründer von Square ist der Twitter-Mitbegründer Jack Dorsey. Nun hat noch der VC Khosla Ventures 10 Millionen Dollar reingepumpt. Und das gute Zusatzstück soll kostenlos zu haben sein.

Die Idee, die dahinter steht ist natürlich nicht neu. Einfach und bequem mit dem Handy bezahlen - egal ob nur ein paar Cent oder viele Euros und vor allem auch egal wo. Ob nun den afrikanische Kaffee (Togo) auf die Hand, in der Autowäsche oder beim Anzug kaufen für das nächste Vorstellungsgespräch.

 

Vor Jahren gab es schon verschiedene Anbieter, die genau auch das wollten. Namen wie Paybox, m-pay, LuuPay, Simpay. Durchsetzen konnte sich aber keiner. Mit Square soll alles gut werden.

Wie funktioniert das nun? Gebraucht werden z. Z. noch ein iPhone (später wohl auch Android und Symbian Smartphone, Notebook), ein App, ein Square-Webaccount und den Würfel, der als Kartenlesegerät fungiert. So ein App kann problemlos auf ein Smartphone geladen werden und der Würfel passt, dank standardisierten Audioanschlusses, in die gängigsten Smartphones.

 

Würfel anschließen und Karte durchziehen. Danach werden die Daten in ein Audioformat umgewandelt und zur Mobilesoftware übertragen. Diese sendet die Zahlungsdaten via Internet oder Telefon an Square und wickelt die eigentliche Zahlung ab. Die Quittung gibt's per E-Mail oder SMS.

 

Wie das ganze in der Anwendung aussieht, zeigt uns Kevin Rose - Gründer vom Social Bookmarking Dienst DIGG - in einem kleinen Video.

YouTube-Video

Was ich recht nützlich finde ist, dass während der Zahlungsabwicklung das Bild des Kartenbesitzers angezeigt wird. Wenn das Bild auf dem Smartphone während des Zahlvorganges nicht mit dem, der diese Karte gerade nutzen will, übereinstimmt, hat mindestens einer ein Problem. Somit sollen Kartenbetrüger enttarnt werden (Foto-Verifizierung).

 

Vorteil für das System von Square ist natürlich, dass der Zahlende keine aufladbare Karte besitzen muss. Für Werbetreibende liegt der große Vorteil darin, dass sie die teuren Verträge mit den Kreditkartenunternehmen und die dazugehörigen Lesegeräte nicht mehr brauchen.

 

Die großen Kreditkartenanbieter VISA, Mastercard und American Express haben bereits Lunte gerochen, vielleicht aber auch nur ihre Fälle wegschwimmen sehen und sitzen nun mit im Boot.

 

Ob sich Square in Deutschland durchsetzten wird, bleibt offen, da der Gebrauch von Kreditkarte noch lange nicht so gebräuchlich ist wie z. B. in GB oder in den USA.

 

Technisch ist das mit Sicherheit eine Spitzenleistung. Ich selbst würde es voraussichtlich nicht nutzen. Der gesamte Vorgang ist mir zu umständlich. Da bin ich mit dem Bargeld oder meiner ganz normalen EC-Karte schneller.

Eleganter wird das seit einigen Jahren in Japan gelöst. Das Gemeinschaftsprodukt von Sony und NTT DoCoMo soll sehr einfach funktionieren. Denn in den Handys sind Bezahlchips integriert, mit denen abgebucht und aufgeladen werden kann - ohne umständliches unterschreiben, PIN eingeben oder irgendwelche Knöpfe drücken zu müssen. Mit Hilfe von NFC (near field communication) ist das nämlich kein Problem. Das hat seiner Zeit Sony und der niederländische Halbleiterhersteller NXP Semiconductors geschaffen, welches einen Übertragungsstandard darstellt und den kontaktlosen Austausch von Daten über kurze Strecken ermöglicht.

 

Vielleicht sollten wir auf die Integration des NFC in unsere Handys warten. Soweit ich informiert bin, ist das aber mit erheblichen Problemen verbunden. Vielleicht gibt es in naher Zukunft mal einen intelligenten Vorschlag von einem Startup aus Deutschland. Das wäre doch mal was!

 

 

 

Bildmaterial: https://squareup.com/

Videoquelle: www.youtube.de

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