Di

26

Jan

2010

Gründerland Deutschland

Gestern las ich ganz aufgeregt eine Pressemitteilung des Bundeswirtschaftsministeriums. Da haben nämlich Verbände und Spitzenvertreter sich etwas ganz Besonderes ausgedacht. Diese Initiative ist super neu und nennt sich "Gründerland Deutschland". Dazu sagt unser Bundeswirtschaftsminister Brüderle folgendes: "Gründungen schaffen Wachstum und Beschäftigung. Sie stehen für Kreativität und unternehmerische Freiheit. Deutschland braucht deshalb eine stärkere Gründungskultur. Unsere Initiative soll die Menschen für unternehmerisches Denken und Handeln sensibilisieren. Sie soll ihnen die Chancen und Möglichkeiten der Selbständigkeit besser vermitteln. Politik und Wirtschaft werden eng zusammenarbeiten, um Gründerinnen und Gründer zielgerichtet zu unterstützen."

 

Ich kann mir nicht helfen, aber irgendwie habe ich das alles schon mal gehört. Und was nun außergewöhnlich daran ist, das weiß ich auch nicht. Aber gut, dass mal wieder darüber geredet wurde.

Weiterhin stand in dem Artikel, dass die IHK-Organisationen einen großen Part der Gründungsberatung übernehmen. Jährlich sollen wohl an die 300.000 Existenzgründer beraten worden sein. Da hoffe ich ja nur, dass diese Beratungen qualitativ den Beratungen von Herrn Fred Schneider aus unserer IHK zu Rostock entsprechen. Dort funktioniert das wenigstens.

 

Auch das Thema "Einheitlicher Ansprechpartner" wurde erneut erwähnt. Darin heißt es: "In ihren Startercentern wollen die IHK's bundesweit einen Gründerservice aus einer Hand anbieten,..." Darüber habe ich bereits am 29. Oktober berichtet. Also auch nicht mehr so ganz neu.

 

Weiterhin wurde genannt, dass es im Handwerk wichtig sei, nachhaltig zu gründen und dass dort ein harter Wettbewerb stattfindet. Ich glaube, auch das wussten die Betroffenen bereits.

 

Was noch? Ach ja, die Gründungsdynamik ist bei Freiberuflern auf einem hohen Niveau und könnte mit der Schaffung günstigerer Rahmenbedingungen noch besser sein. Diese Aussage passt auch überall.

 

Und, als hätte ich es schon geahnt, diese Initiative schreibt sich folgendes auf die Fahnen: "Erweiterte Informationsangebote und Aktionen sowie eine "Gründerwoche Deutschland" sollen die Lust am eigenen Unternehmen wecken und für den Schritt in die Selbständigkeit werben. Gezielte Maßnahmen im Bereich der schulischen Bildung und an den Hochschulen sollen Unternehmertum und Selbständigkeit stärker als berufliche Option vermitteln." Dazu sage ich nur Global Entrepreneurship Week. Denn wie ich aus verlässlichen Kreisen erfahren habe, haben die Macher der Week versucht, das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie als Partner zu gewinnen. Dass das Ministerium sich in diesem Zusammenhang das gesamte Konzept auf seine Fahnen schreibt und es als IHR DING verkaufen will, finde ich nicht ganz fair. Aber Geld regiert die Welt.

 

Die anderen Themen lesen sich auch nur - sorry - wie aufgebrühter Kaffeesatz. Alles nicht neu und seit Jahren schreiben sich die Politiker diese Themen auf ihre Agenda. Was davon umgesetzt wurde, wissen wir selbst. Und dass ein Gründer in Deutschland hoch angesehen ist, kann ich leider nicht bestätigen.

 

Wer Interesse an dem ganzen Text hat, der sich natürlich sehr gut liest und zu befürworten ist, möge weiter unten auf den Download klicken.

 

FAZIT: Ohne Worte

 

 

 

Bildquelle: http://www.abfluss-verstopft.info/s/cc_images/cache_737606310.jpg

Downloadquelle: http://www.bmwi.de/BMWi/Redaktion/PDF/G/gruenderland-deutschland,property=pdf,bereich=bmwi,sprache=de,rwb=true.pdf

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