Mo

11

Jan

2010

Personal Branding 2.0

Ich kann mich noch sehr gut an die Medien erinnern als es hieß, dass angeblich alle Personaler jeden Bewerber erst einmal einem Web 2.0-Check unterziehen. Nach dem Motto, irgendwas muss man doch finden. Wer sich einmal etwas, in Form von Party-Bildern oder Kommentare zum ehemaligen Arbeitgeber, daneben benommen hat, bekommt nie wieder eine Chance auf einen vernünftigen Job.

 

Sicherlich gibt es potentielle Arbeitnehmer, die einen Hang zur Übertreibung pflegen. Bei folgendem Kandidat würde ich als Arbeitgeber auch ins Grübeln kommen.

Aber vielleicht sind das ja nur irgendwelche Lückenfüller in der bekannten Sommerpause gewesen. Jedenfalls gab es diesbezüglich in den USA Erhebungen die belegen sollen, dass jeder zweite Arbeitgeber seine Bewerber in bekannten Netzwerken überprüft.

 

Selbst wenn das so wäre, finde ich das nicht wirklich vermessen. Im Normalfall recherchiere ich auch vor einem Termin, wenn dieser mit einem neuen Kontakt ist. Wichtiger finde ich, wie tolerant die Arbeitgeber mit z. B. Bildmaterial umgehen. Spaß und Feiern sind doch nicht verboten, oder?

 

Wenn also jeder zweite Arbeitgeber da reinschaut, sollte man zusehen, möglichst mit seinen Angaben aktuell zu sein. Wo schauen die Arbeitgeber oder die Personaler rein? Bei den Amis sind es, wie zu vermuten war: Facebook, LinkedIn, MySpace, Blogs und Twitter.

 

Es gibt natürlich auch Arbeitnehmer, die erst aufgrund bestimmter Inhalte in Netzwerken einen Job bekamen. Nicht für alle Personaler die dort reinschauen hat es Auswirkungen auf die Bewerbung des Gegenübers. Bleibt die Frage, warum überhaupt in den Netzwerken reingeschaut wird. Vielleicht ist es nur die reine Neugier.

 

Wie sich das nun im Amiland verhält haben wir klären können. Wie ist es hier bei uns? Machen wir ein kleines Ratespiel. Hat die Nutzung moderner Internetapplikationen deutscher Unternehmen etwas mit der Informationssuche in Netzwerken bei Bewerbern zu tun? Richtig. Ein klares JA. Nämlich die Unternehmen, die auch in diesen Medien aktiv unterwegs sind, nutzen natürlich diese Quellen zur Informationsbeschaffung. Das geht jedenfalls aus einer Studie der Beratungsfirma IFOK hervor. Bei uns heißen die Netzwerke vorrangig Xing und mittlerweile auch Facebook. Was nicht in der Auswertung steht ist, dass es (meiner Meinung nach) ein Nord-Süd-Gefälle gibt. Bi uns in Noorden is de nich ganz so doll - oder so ähnlich.

 

FAZIT: Also alles halb so schlimm, nur Panikmache. Unsere Chefs schnüffeln nicht. Runde 60 Prozent informieren sich gelegentlich über mögliche Arbeitnehmer in Netzwerken. Da Plattformen wie Xing reinen Businesscharakter haben, werden dort wohl eher keine anstößigen Bilder oder Kommentare zu finden sein. Vorläufig nichts mit Personal Branding 2.0.

 

 

 

Bildquelle: http://pix.sueddeutsche.de/jobkarriere; http://blog.racheshop.de

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