Do
10
Dez
2009
Gründungslehre – Universität Rostock
Die Gründungslehre der Universität Rostock, federführend Herr Gregor Kempert, habe ich bereits vorgestellt. Gestern hatte ich nun die Gelegenheit mir persönlich, vor Ort in einem Seminar, eine Meinung über gründungsinteressierte Studenten zu bilden.
Der Seminarraum war wieder übervoll, obwohl er sehr groß ist. Das Interesse scheint schon mal da zu sein. Warum hatte ich mir gerade diesen Termin ausgeguckt? In bestimmten Abständen dürfen die Studenten in Gruppen ihre Gründungsideen präsentieren. Und gestern waren es gleich fünf Gruppen an der Zahl. Das wollte ich mir nicht entgehen lassen.
Es ging auch gleich zur Sache. Die erste Gruppe startete mit ihrer "außergewöhnlichen Leistung", die ebenfalls Bestandteil des Faches ist. Das haben die sehr witzig gemacht und es passte thematisch zu ihrer Präsentation. Nur soviel möchte ich verraten, dass ihre Geschäftsidee grob den Bereichen Event und Tourismus zuzuordnen sind. Getreu dem Motto: Discover the Baltic Sea.
Die zweite Gruppe widmete sich dem Cross Media Marketing mit den Themen Dienstleistung, Gastronomie und Event. Bei dieser Gruppe fand ich abschließend ihren eigenen erstellten Radiospot sehr gut.
Bei Gruppe Nummer drei ging es um Gesundes und Schnelles. Das Besondere an deren Aufführung war das gewählte Medium. Keine Powerpoints sondern ala YouTube per Video im Objekt der Begierde. Weiterhin fand ich auch sehr interessant, dass diese Studenten für Ihre Idee extra eine Umfrage unter Studenten und Passanten der Rostocker Innenstadt gestartet hatten.
Die Gruppe vier hatte ihre Präsentation seeeeeehr ausführlich dargelegt. Es war aber dennoch informativ und deshalb kam keine Langeweile auf. Aufgrund des gewählten Themas verspürte ich einen mörderischen Hunger.
Last but not least, die Gruppe fünf hatte eine Geschäftsidee im Bereich Events, Veranstaltung, Veranstalter, Contest und das doch eher entlang des Long Tails als die klassische Massenware.
Bewusst schreibe ich nicht konkret über die Geschäftsideen. Darum ging es mir auch nicht. In erster Linie wollte ich sehen, was unsere Studenten so denken, wenn sie sich selbstständig machen würden.
Und man glaube nicht, dass nur BWL'er oder Informatiker Geschäftsideen haben. Mit nur einer kleinen Ausnahme waren die Vortragenden Agrarwissenschaftler. Das fand ich schon mal bemwerkenswert. Die Ideen waren alle bodenständig, sehr gut recherchiert, sehr gut vorbereitet, innovativ und kreativ.
Bei dem einen oder anderen Punkt hätte man vielleicht noch mal etwas hinterfragen können. Schade finde ich, dass (wahrscheinlich) keiner der Vortragenden die Absicht hat, mit dem Konzept sich auch wirklich selbstständig machen zu wollen.
Zwischen Theorie und Praxis liegen halt immer noch Welten. Wenn man sich schon mal mit dem Thema Existenzgründung auseinander gesetzt hat, wie es jetzt die Studenten in der Gründungslehre tun, dann springt vielleicht der Funke zur realen Gründung irgendwann über. Und wenn es dann soweit sein sollte, seid ihr Studenten schon heute recht herzlich zum Open Coffee Club - Rostock eingeladen.
Bildquelle: Universität Rostock
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2 Kommentare
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#1
Ich möchte jetzt nicht stänkern, zumal ich weiß, dass für viele Studenten die Idee der Selbstständigkeit ein wichtiger Punkt im eigenen Lebensentwurf ist.
Aber diese Gründungsseminare an Hochschulen (hab ähnliches schon in Bremen erlebt und auch selbst mal bei einem Wettbewerb mitgemacht) haben irgendwie auch immer so den Charakter von Sektentreffen.
Gerade den Umstand, dass man explizit "wage" sein darf, finde ich fragwürdig. So als ginge es eher um ein Glaubensbekenntnis (zum freien Markt, zur Bereitschaft der Selbstausbeutung) als um den konkreten Versuch, eine Lebensform jenseist der Lohnarbeit umzusetzen. -
#2
Danke für diese Infos, sehr nützlich! Finde eigentlich den ganzen Blog schon wirklich interessant. Weiter so!
