Di

10

Nov

2009

Augmented Reality – Erweiterte Wirklichkeiten

Vor ein paar Tagen habe ich über mobile soziale Netzwerke wie aka-aki berichtet. Das heutige Thema geht in dieselbe Richtung, nur einen Zacken schärfer.

 

Man stelle sich folgendes vor: Mit meinem Smartphone scanne ich mittels eingebauter Kamera irgendwo in einem Cafe eine Person. Daraufhin zeigt mir mein Smartphone ein komplettes Profil von dieser Person an. Oder ein anderes Beispiel: Ich richte mein Smartphone auf ein Bürogebäude. Mein Display zeigt mir nicht nur an welche Firmen da drin sind und was sie machen. Nein, ich bekomme auch Zusatzinfos wie freie Büroflächen zu welchen Konditionen etc.

 

Ziemlich futuristisch, aber jetzt schon möglich. Was brauche ich dafür?

Salopp gesagt, viele Schnittstellen, die mit einander kompatibel sein müssen. Also zuerst mein Objekt der Begierde, z. B. die Person im Cafe oder das Bürogebäude. Die Infos, die ich auf meinem Display angezeigt haben will, müssen natürlich im Vorfeld hinterlegt worden sein. Dann brauche ich z. B. ein Smartphone mit Kamera, Geotagging, Breitbandverbindung und Unterstützungssoftware.

 

Durch die Verschmelzung von Virtualität und Realität können dem Nutzer zur realen Umgebung digitale Informationen ausgegeben werden. Diese digitalen Informationen beschränken sich zurzeit auf die visuelle Darstellung. In absehbarer Zeit werden sicherlich auch andere Sinnesmodalitäten mit einbezogen werden können.

 

Bisher gibt es nur für zwei Arten von Mobile Phones diese Anwendungen. Das ist zum einen für das iPhone und zum anderen für Telefone, die mit dem OS Betriebssystem Android laufen. Die ersten funktionierenden Anwendungen sind z. B. Layar und Wikitude, die reale Umgebungen mit Zusatzinformationen erweitern. TwittARound von Michael Zöllner (Fraunhofer IGD) zeigt an, wer von wo welche Tweets verschickt hat und wo sich der Twitter-Nutzer aufhält (Richtung und Entfernung). Nearest Tube zeigt einem nicht nur den Fahrplan der U-Bahn an, sondern auch den Weg dorthin. Vorerst ist diese Software nur fürs Amiland bestimmt. In Rostock werden wir sie auch nicht so schnell vermissen. Die Software The Astonishing Tribe dagegen finde ich schon viel interessanter. Diese dient zur Gesichtserkennung, kann also Personen identifizieren und vorhandene  (freigegebene) Daten einblenden. Eine Kaltakquise sollte jetzt kein Problem mehr sein. Warum auch immer, aber gerade zu dieser Software fallen mir auf Anhieb einige Anwendungsbeispiele ein.

 

Hier ein paar bewegte Bilder, wie Layar das Prinzip von AR umsetzt.

YouTube-Video

 

Fazit: Schon cool, was da so alles auf uns zukommt. Die Integration der erweiterten Realität könnte praktisch in allen Bereichen des Lebens Einzug halten. Wie kann es auch anders sein, wird diesem Marktsegment eine Milliarden schwere Zukunft prognostiziert. Fragt sich nur für wen und vor allem wie. Der Anwender ist durch das heutige Internet verwöhnt - alles umsonst. Wenn das in diesem Markt auch so weiter geht, kann das nicht für alle gesund sein. Ganz ehrlich habe ich keine Lust dazu, auch noch auf meinem Telefon Werbung anschauen oder die Google-Suchmaschine integrieren zu müssen. Wer den Service nutzen will, sollte für kleines Geld "barrierefrei" an die Infos kommen können.

 

 

 

 

Bildquelle: http://aftermathnews.files.wordpress.com/2009/09/augmented_reality_1.jpg

Videoquelle: http://www.youtube.com/watch?v=b64_16K2e08&feature=player_embedded#

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