Di
13
Okt
2009
Cloud Computing

Die Idee die dahinter steht ist nicht neu. In einfachen Worten ausgedrückt heißt es, dass man seine eigenen Daten und auch Programme nicht mehr lokal auf dem Rechner zu Hause speichert, sondern diesen Job übernimmt irgendein Server im Internet - eine so genannte "Wolke".
Wie muss man sich das vorstellen? Die meisten kennen sicherlich Google Maps. Was passiert eigentlich, wenn man sich z. B. ein Satellitenfoto vom Pariser Eifelturm anzeigen lässt? Die Sucheingabe "Eifelturm" wird dann nicht auf unserem heimischen Computer bearbeitet, sondern diese Anfrage landet auf einer Serverfarm bei Google und wird dort für uns bearbeitet. Denn diese aufwendigen Rechenoperationen würde unser PC nicht bewältigen.
Bei Google sind sämtliche Daten unserer Erdoberfläche gespeichert. Und sicherlich auch diese, die wir "Normalos" nicht zu Gesicht bekommen. Jedenfalls bekommen wir recht zügig ein schickes Satellitenfoto über unseren Browser angezeigt. Die Anfrage kam also von uns, aber die Operation passiert irgendwo anders.
Satelliten Aufnahme von Google Maps - Pariser Eifelturm
Selbst Software-Riese Microsoft plant in diesen Bereich ein Stückchen Kuchen abzubekommen. Die Wolke (Anwendung) soll Azure heißen. Das heißt, Text, Tabellen & Co - also die Anwendungen und Datenbanken sowie die eigenen Dateien liegen dann bei Microsoft auf den Servern. Klingt ja gar nicht so schlecht. Gerade für Nutzer von den kleinen niedlichen Netbooks wäre das sehr sinnvoll, da die Speicherkapazität doch eher bescheiden ausfällt. Microsoft würde darüber hinaus den Raupkopierern zuvorkommen. Ein kleines Problem gibt es da noch. Microsoft muss sich mit Wettbewerbern wie z. B. Google, Apple, Adobe und Amazon auseinandersetzen.
Es stellen sich nun noch ein paar wesentliche Fragen. Was soll der Service kosten? Im Angebot hätten wir z. B. Google Docs - was nichts kostet. Im Gegensatz dazu soll die Nutzung von Azure wohl flexibel nach Verbrauch abgerechnet werden.
Wie ist es mit der Kompatibilität? Das Problem kennen wir auf der "Erde" zur Genüge: Apple vs. Microsoft; Windows Mobile vs. Symbian usw. Es fehlt jetzt schon an Standards, die unabhängig vom Anbieter kompatibel sind. Dass das Problem in den "Wolken" gelöst wird, mag ich bezweifeln.
Die letzte und wohl entscheidende Frage lautet: Wie sicher sind meine privaten und/oder geschäftlichen Daten? Die Anbieter solcher "Wolken" setzen da auf sehr aufwendige Verschlüsselungstechnologien. Wie beim beamen werden die Daten in unlesbare Kleinteile zerlegt und erst beim einloggen wieder zusammengefügt. Dabei liegen die zerstückelten Daten auf unterschiedlichen Servern irgendwo auf diesem Planeten. Auf der einen Seite sicherlich von Vorteil. Auf der anderen Seite kann es aber auch kritisch werden, da in fast jedem Land unterschiedliche Datenschutzbestimmungen gelten. Und was passiert mit meinen Daten, wenn ich diesen Service nicht mehr nutzen möchte oder mein Anbieter diesen Service einstellt?
Jedenfalls können wir heute schon sehen, was passiert, wenn Cloud Computing zum Gau wird. Darüber berichtete heute die sehr empfehlenswerte Seite Netzwertig.com. Alle, die diesen interessanten Artikel lesen möchten, klicken bitte hier.
Bildquelle: www.pixelio.de
Fotograf: Viktor Mildenberger
