Mo
03
Aug
2009
Twitter - Fluch oder Segen
Was und vor allem wo wurde nicht schon über diesen Microblog-Dienst geschrieben. Selbst auf www.existenzgruender.de gab es vor ein paar Tagen eine (Eil)Meldung dazu. Dabei ist dieser Dienst doch erst etwas über drei Jahre alt. Na egal. Jedenfalls wurde sehr ausführlich beschrieben, dass sich dieses Tool wunderbar für Online-Händler eignet. Stimmt. Aber das ist doch nicht alles, oder?
Ein Blick auf Wikipedia sagt uns eigentlich alles. Und zum Glück auch nicht erst seit gestern. Ständig kommen neue Twitter-Tools hinzu. Diese sollen den Dienst noch attraktiver machen, als er so wie so schon ist.
Das dieses kleine gigantische Tool nicht nur für Online-Händler geeignet ist, liegt doch auf der Hand. Klar, ich kann viel privates preisgeben. So lernen mich meine Follower einfach besser kennen oder ich kann durch die Funktion "Antwort senden" unkompliziert hin und her zwitschern.
Aber diese kleine nützliche Funktion bei den Einstellungen (Settings/Account) - Protect my tweets - kann großes bewirken. Damit entscheide ich mich, ob meine updates für alle, die es wollen öffentlich sind. Oder aber nur für einen auserwählten Kreis zugänglich ist. Aus meiner Sicht hat das Setzen dieses kleinen Häkchens eine sehr große Auswirkung.
Das ist vor allem für Firmen interessant, die in Projektteams verteilt arbeiten. So schafft sich das Projektteam seinen eigenen Kommunikationsraum und sie können ungestört in rasanter Geschwindigkeit Informationen austauschen und kommentieren.
Aber warum nutzen nur "Freaks" dieses Twitter-Zeug?. Ein Blick auf die Twitter Karte von Rostock + 10 km, verrät uns, dass es im Grunde genommen wirklich so ist. Nur 103 Twitterer.
Vor allem jüngere und kreative Leute sind mit diesem Dienst unterwegs. Was ist mit den anderen. Mit den Unternehmern? Erkennen diese das Potential nicht? Okay, das ist nicht für jeden Geschäftszweck geeignet. Aber doch überall, wo es um Innovation und verteilte Arbeit geht.
Vielleicht liegt es an Unternehmen, deren Mitarbeiter z. B. während der Arbeitszeit das Internet nicht nutzen dürfen. Könnte ja sein, dass man (Frau) gerade private E-Mails lesen möchte oder sein Netzwerk bei Xing, Facebook oder StudiVZ etc. erweitern möchte. Nein, das geht gar nicht. Arbeit ist Arbeit und Privat ist Privat. "Aber mein lieber Arbeitnehmer, vergiss nicht übers Wochenende die Kalkulation für das neue Projekt zu überarbeiten. Außerdem müsst ihr wieder im kommenden Monat Überstunden machen. Geht halt nicht anders." So oder so ähnlich läuft es doch ab. Sorry, aber diese Unternehmer haben den Knall nicht gehört. Sie verstehen nicht, was es heißt, neueste Kommunikationsmittel oder -kanäle einzusetzen. Sie wissen nicht ab wann und ab welcher Größe Networking richtig zum Tragen kommt. Sie wissen auch nicht, dass das Taylor-Modell verrostet und überholt ist.
Das Schlimme aber daran ist, dass diese Entscheidungsträger nicht lernfähig sind. Vom Arbeitnehmer wird das natürlich vorausgesetzt. Somit fällt es besonders Gründern sehr schwer, innovative Dienstleistungen oder Produkte den Entscheidungsträgern schmackhaft zu machen. Da ist der Einsatz wie Twitter in Unternehmen nur ein Beispiel von vielen. Ich spreche aus eigener Erfahrung. Es bleibt einem leider nur der Weg, sich mühsam Befürworter aus anderen Bundesländern zu organisieren. Ist doch komisch, dass man woanders gehört wird. Nur "vor der eigenen Haustür" nicht.
Aber zurück zu Twitter. Dieses kostenlose Tool hat eine gewaltige Macht und wer mag, schaue sich die Tipps für Einsteiger und die Liste mit den nützlichen Twitter-Tools hier oder auch hier an.
Quelle Twitter-Karte von Rostock: www.twittermap.de
3 Kommentare
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#1
Das scheint wohl am extrem ausgeprägten Unternehmerdrang der Mecklenburger zu liegen oder doch eher an Engstirnigkeit, Kurzsicht und fehlenden Blick über den eigenen Tellerrand hinaus. Sehr schöner Artikel und ein sehr schönes Beispiel zum Thema Twitter. Häufig werde ich gefragt: "Was bringt mir eigentlich Twitter?". Doch ich frage mich selbst "Wofür kann ich dieses geniale Kommunikationsinstrument nutzen?" Nur ein wenig Kreativität kann einen riesigen Effekt erzeugen! Aber lassen wir doch alles so wie es ist, dann haben wir wenigstens keine "zusätzliche" Arbeit.
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#2
Der Mensch ist unflexibel, bequem und träge, wenn es um die Ausnutzung von Alternativen geht, welche neben bestehenden und funktionierenden Mechanismen innerbetrieblicher Verfahrensweisen geht. Und ein bestehender Angst- oder vllt. Unsicherheitsfaktor durch fehlende Informationen wirkt geradezu katalysierend auf eine ignorante Haltung, wenn Zeit und Arbeit in den Blickwinkel rücken. Da singt doch der "Weg des geringsten Wiederstandes" das Lied der "Verhältnismäßigkeit" und läßt die Gemüter allzugleich beruhigend in die Couch sinken und ein Pfeifchen entzünden auf das wir das richtige tun und uns besinnen auf das was wir eh schon haben und doch schon so irgendwie erfolgreich ist. Der Umgang mit neuen Medien ist für manche leider immer noch ein heißes Eisen, vllt. auch begründet durch die stete Veränderung und ständige Entwicklung, was heute aktuell ist, ist morgen überholt, das schreckt auch ab, wenn man nicht am Ball bleibt. Leider.
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#3
Naja was mir mißfällt ist die permanente Redundanz die man sich reinhohlt. Per RSS liest man alles doppelt, dann noch Twitter und StudiVZ :-/ Frißt verdammt viel Zeit IMHO...
